madless
#108 Aufführung
Autor:

Ausdauerndes über die Welt
Nachdenken und mit Partygästen
auf berauschtem Level stammeln,
einige drücken sich am Rand als
Zaungäste rum, für einige Stunden
sich an die Guiness-Dynastie

verkauft, mit der Hand als Fragment
seinen Seelenspiegel sich
schwindlig hochjauchzend
kaschierend, ein paar stehen wie
kranke Tiere rum, mehr im Blick
die fünf Höllenhunde, die Marc’schen

Pferdchen konnten grad noch
rechtzeitig mit ihrem verschlafenen
Ausdruckstanz flüchten, irgendein
Ares macht auch wieder mit seinem
unkontrollierten Kriegsgewitter Ärger,
die Nerven angespannt wie

Bogen auf giftigen Dornen,
die gängigen Aphroditen inszenieren
mit ihren Proseccoschalen das in
Gleichmut getünchte Gesicht als
Metapher für unpoetische Langeweile,
der flatterhafte Kopf dünn besiedelt,

eine Dosis Ironie ist knapp zuviel,
die Krapfensammlungen in den
Bäckereien versinnbildlichen den
pessimistischen Weltschmerz,
und manche sinnlose Süß-Kreation
kann noch nicht mal als

modernistisches Experiment von
Breton oder Gide erdacht,
durchgehen, im Transit pummelige
Wolken, der Himmel ein Spinnennetz,
der Fußballtrainer mit dem letzten Tabellenplatz
fragt sich wo sein Fährmann bleibt.

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