madless
#140 Zu tief
Autor:

Inneres Brodeln macht sich vor
platzgreifenden Realismus
breit, das ehrenhafte Schicksal,
der Ungehörten, Amok oder
Amor, das könnte schwierig
werden, die Empfindsamkeit

Hedda Gablers wird in der Luft
zerrissen, man verdrängt es
besser gleich ins Absurde,
man muss die Anatomie
der kommunikativen Destruktivität
nicht voran treiben, unter

Wittgenstein bildet jeder
wahre Satz die Realität ab,
doch mit der Wirklichkeit lässt
er sich nur noch verkleidet
erkennen, an der Ornamentik
scheitern, doch begrenzt

humorlos, da wünscht man
sich Seeungeheuer die
Böcklin hochjagt und nur
der leere Horizont zärtlich schweigt,
so unterhalten wir uns,
richten die Sprache auf friedliches

Miteinander aus, doch schnell
wird massakriert, da zuviel mit
Ehrlichkeit verziert, man müsste
nochmal Magrittes Symbole
genauer studieren, Karambolagen
vermeidend und alle Gesten

lesend, als wären es fremde
Lebensformen, weil man den
Zugang vermasselt, manchmal das
Gespräch wie bei Einheimischen in
Neuguinea, orientierungslos sitzt
man plötzlich tief in kärglicher Kippe.

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