madless
#145 Solang Brücken tragen
Autor:

Ist die Zeit des Schnulzen-Hörens
nicht vorbei, der Sound der
Revolte hat sich lang schon
ausgetobt, bei manchen Paris-Bildern
nähme man sich gerne Allen
Ginsbergs Peyote und LSD an,

so lang der Präsentation zu folgen,
„as it feels all right to you“,
auf den Trip und Gotteserfahrung
verzichten, die letzten
Haschisch-Spelunken sind
jetzt auch mehr oder weniger

Kriegsruinen, Entfremdungstendenzen
säuft man solang es noch geht,
unermüdlich weg, doch dabei
fühlen sich manche Tage
wie die leergeräumte Hildesheimes
Innenstadt an, ein paar, die noch

nicht Flaschensammler sind,
kämpfen mit ihrem modernen
Selbst um ihren Platz in der
Zone der instrumentellen Vernunft,
nichtstandardisierte Körper
werfen sich was anderes als

liebeshungrige Blicke zu,
von der Vergemeinschaftung
halten die nicht mehr viel,
und derjenige, der hier ein
Schloss aufhing, denkt beim
Raschen Gehen nur noch

an die konfrontativen Auftritte
ihrer Beziehung, auch am
populären Ort findet Langeweile
ihren schmalen Durchgang,
solang die Brücken tragen,
gesellschaftliche Wandlungsprozesse gab es schon oft.

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