madless
#146 Wo es fließt
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Der Himmel legt seine Pannenstreifen ab,
wie von einer Slide-Gitarre ermuntert
toben sich die Wolken aus, der Regen
versuchte lang genug seinen Wirkungsgrad
in Landschaften zu stempeln, so betrieb
er seine Raubzüge und ihm gings nicht mal

um Profitmaximierung, Momente der
Kopflosigkeit werden von der fließenden
Piraterie einfach weggeschwemmt,
so schön sieht das noch nicht mal
auf Computersimulation aus und
„Second Life“, das Gesetze abschafft,

wird von der fließenden Hydra mit
Gelächter bestraft, so wird verleugnet
bis zur totalen Liquidation, während
die Sonne ihr Bukett in glänzenden
Initialen anrichtet und das Unbehagen
sein Erpressungspotenzial wie ein

türkischer Sultan auslebt, Schlagzeilen
leuchten wie Kristalle im polarisierten
Licht, geblendet, ein Hypnotiseur hat
Hochkonjunktur, fabuliert sich meilenweit
mit scharfer Zunge und Tatsachenkatalog
in die Verstimmten, die noch lieber in

der Walhalla sinnlos betäubt dahin
stauben möchten, und mancher fühlt,
dass er besser arbeiten könnte, wenn er
aus seinem Kopf aussteigt und sein
Leben nur in Filmrubriken abspeichert,
mit denen er im Floß der Medusa

gemütlich dahin schippert, verstiegen im
Traum wie in eine Zuckerbäckerei aus
der im letzten Moment des Avantgardesinns
wahrhafte scharfe Geschosse in Hotpants und
gefährlich ätzender Bereitwilligkeit auftauchen
und er das Dahinfließen heut für sich proklamiert.

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