madless
#150 Im Juli 2016
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Wie das Wasser die Strandposen verdrängt,
affektiertes Gebaren prallt an Angst,
es mag bald eine zwielichtige
wie labile Gesellschaft im Aufruhr sein,
großkalibrige Waffen erschrecken im
mondänen Vergnügungssuchtfieber,

was beim ersten Weltkrieg das letzte
Feuerwerk der Belle Epoque war,
wird das Zündschnürchen der
Attentäterschar sein, pessimistische
Weltsicht mobilisiert unterschwellig
Kräfte, die auch den hochgewachsenen

edlen Frauen Furcht einjagen,
ihre Galerien, die nur ab der Lebensmitte
ihnen Erfüllung geben, nur noch mit
Security das Philipp Stark-Ambiente betreten,
das Thema der Vergänglichkeit an
an den ausgestellten Photos,

gewürzt von schillernden Unglück,
nun selbst erleben, die unverhohlene
Geilheit auf die Künstler doch mit dem
Alter ins Fratzenhafte erstarrt, wie aus
einem James Ensor-Bild gestürzt,
nun trauen sie sich nicht mehr

glanzvoll in Affären zu stürzen,
der Alte daheim, verdrossen durch
Pensionärsdasein, in suggesiver Form
letzte Erosbündel an sich aufflammen,
ochsenblutfarbene Bilder wechseln
sich mit dem Hummergang ab,

die Letzten wollen die kläglichen Seufzer
nicht hören, verzehren mit kugelrunden
Köpfen Vernunft, erbrechen sich an
ihr nimmersatt, im Zauber ihrer Inkalilien
hinter ihren Buchsbaum-Burgen,
werden kleine Teufelchen ohne zu fragen durch die Gartenpforte gehen.

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