madless
#17 Snow
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Schnee mit hochmütiger ästhetischer
Eigenständigkeit, manche
fluchen, traurige Stöckel ragen
aus der eisigen Flauschmasse,
die Damen als unberührbares
Gesamtkunstwerk hergerichtet,

spüren schmerzhaft, dass ihre
herzige Schuhauswahl eine
denkbar verfehlte Angelegenheit
war, konzentriert ironische
Eskapaden vermeidend,
Umknicken könnte ja auch Spaß

machen, aber nein, vorwurfsvolle
Blicke im dahingestöckelten
Unbehagen, die religiöse Bedeutung
von Schuhen wetzt ihren festlichen
Beigeschmack ab und der Versuch
den Nil und ein Gebirge zu

durchschreiten führt ins Absurde
hinein, ein hübscher Günstling von
einer Sie oder einem Ihm riskiert
beim Kartontragen im Schneebrausen
keine dicke Lippe, im Hamsterrad
der Gefühle pfeift ihm sowieso der

Wind entgegen, dass er noch lang
nicht der Suche nach Gold und
Schönheit gewachsen ist,
Kohlmeisen trippeln hochgereckt
stolz dahin, sich ihrer körperlichen
Überlegenheit bewusst, eine

des Absatzes Entmächtigte verzichtet
auf dieses fucking „du musst dran
glauben, alles geht, alles geht“,
der fransige Saum um die Lippen
erzählt von einem missglückten Tag,
im frischen Schnee versickern Flüche.

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