madless
#32 Rhaetia opernhaft inszeniert
Autor:

Das hier sind keine Hipster
und stolze Kampfnarben finden
sich eher im Exegese- und
Rhetorik-Duell, zwielichtige
Schaulust den ein oder anderen
„Schmiss“ zu orten wird durch

katholische Arroganz aber der
Grundfestigkeit, fast lässig
abgewehrt. Massentauglichkeit
sieht anders aus und diese
Kostüme müssen es nicht mit
nervöser Poser-Konkurrenz im

„One-Size-Fits-All-Produkt“
aufnehmen, sie trotzen mit ihren
Manschetten und Goldknöpfen
als Anspielungen gerechter Zeiten
der avancierten Kulturindustrie,
die sich bei diesem Mode-Anachronismus

auch nur noch in müde Gags
retten kann. Wie Musketiere
kreuzen die Kostümierten auf,
die Backenmuskeln gestrafft
und womöglich noch die lascheste
Pointe ein „Touché!“ wie mit einem Florett,

jeder ein Falstaff, der sich nur mit
anständigen Leuten betrinkt,
die Schnapsfahne, so munkeln
die Uneingeweihten, wohl auch noch
so wohlerzogen, dass sie sich auch
noch mit koboldischer Eigenart-Disziplin

mit der Bayern-Hymne in den Himmel
hisst, Stiftungsfeste der Rhaetia
überleben geheimnisvoll den Zombie
Zeitgeist, die Missa Sancti Nicolai zieht in den
Himmel, bayerisch hymnisch tönt es:
„und erhalte dir die Farben weiß und blau“

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