madless
#58 Schranke
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Zwei Millionen Klicks und
weiterhin die seelische Isolation
so greifbar, als schaufelt
ein Abgeklärter schon mal das
Grab, karg und das Interior
meldet auch Insolvenz an,

da kann das junge Ding
mit ihren Höschen hoch bis
zum Schritt auch nichts mehr
wegklimpern, Fetischgedöhns
eignet sich nicht mal zu
barmherziger Geselligkeit,

Affektmengen haschen um
billigen Beifall, irgendein Idiot
will wieder Gott spielen,
doch der ist sowieso erstmal
mit der Gender-Frage beschäftigt,
ob das Feld nicht mal eine

Mutti sauber halten soll,
temporäre Anordnungen mit
Sex, Gewalt und selbstbewussten
Ansprüchen, Macht schafft
Anreize laut Foucault für
noch mehr Begehren,

Cashmere-Ideale wandeln
gegen Askeseformationen,
zwischen den Unruherufen der
bedächtige Epikur und später
noch Wilhelm Reich mit
drängenden Existenzfragen,

die Lust und List wie
ungezähmte Pferde eingrenzen,
Psychoanalytiker sehen wie
Rockstars aus, extravagant
die Form der Schranken,
dahin Überschuss an Genuss.

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