madless
#59 Zwischen den Zeilen
Autor:

Da wartet der eine
auf das freundliche Wort
wie auf die lang ersehnte
Spenderleber, das ihn aus
dem Budenzauber des
Alltags in ein apollinisches

Bad zerrt und den Singsang
der Solitude-Gedanken
zähmt, kein „Daumen hoch“
nimmt stürmisch Platz,
eher tanzen draußen die
Vampire sturzbetrunken

die Wand lang und wer
in den Gleisen verschwindet,
der hat sowieso nur mit
Abseitigen zu tun und als
Leibniz einen auf die besten
aller Welten draufzumachen,

verhakt sich mit dem
Antiquariat in dem
die potentiellen Drohgebärden
für die Ahnenreihe der
rücksichtslosen Platzeinforderer,
aufbewahrt werden, die in

die Straßen eingestreuten
Beschimpfungen, Flüche
und obszönen Gesten
warten auf einen Bricoleur wie
Schwitters oder der
Aggro-Konzern simuliert

daraus ein paar schon lang
nicht mehr aus den Fugen
geratene Reim-Collagen,
der häusliche Banal-
Narzissmus und klägliches
Schönes dimmt zwischen den Zeilen.

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