madless
#6 Scherenschnitt mit Dadaisten
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Sieht so aus als wenn der
Himmel sich heut sogar am
Harthof küssen lässt, die nachtschlafenen
Geister mit ihren Bausparvertrags-
träumen werfen ihre innigen
Stammbücher der Zerstreuung

in Meridiane wo die abgeschlagenen
Worte der Streittänzchen träge
sich leerkreiseln. Scherenschnitte
vom Baum ohne Maschinentheater,
diskrete Schattenfederzeichungen,
aus dem Radio tönt Madonnas neuestes

Werk in dem sie mit knallroten riesigen
Mund vor sterblichen Herrengesandtschaften
singt, fordernder Tanzstil der
sich auf den Scheiterhaufen des
Altersstarrsinns manövriert, erhellende
Botschaften über neu gewählten

Bundespräsidenten, berindet mit
grundanständiger Existenz, steht wie
ein Ölbaum dem die Krausheit der
Welt auch an Extremstandorten nicht
stört, göttliche Sphären die aus den
privaten Schutthalden mit hellsichtigen

Himmelsflor lotsen. Das März-Blau
schluckt heute alle Farben,  ohne
dualistischen Klassenkampf, auf dem
Nackenfell liegt federleichtes Schaudern,
das fünffarbige UV-Licht scheint in
fünf Seinszuständen, einer genügt

um die zehn Winterschläfer in mit
Orions Hilfe bis zu den Sternen zu
jagen. Hans Arp über Schätzwert
an der Wand, Triebspitzen stibitzen mit
geflügelten Blättchen, die frostig
gezahnten Tage sind gezählt.

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