madless
#78 Vorstellungen passé
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Eine barocke Feier des Lebens
in den üppigen Körpern,
deren Fett wabbelt, und von
den Gesichtsbeleidigten wenden
sie sich ohne Verdruss ab,
Reglementierungen sind schnuppe,

warum an die Zukunft denken,
wenn sich sowieso die
Menschheit an dick und dünn
abarbeitet, dann gleich das
Korsett sprengen und das
Substrat des Traums,

dass alle gleich sind, abgesondert
von den Fitness-bootcamps,
die quengeln und gängeln und
den Geist gleichförmig
mit der Satreschen Kritik,
sich nur auf die bekannten

Bespiele zu beschränken
in Form pressen und das als
Leidenschaft verkaufen,
geläufige Redeweisen,
die keiner erschöpft vom Tag
hinterfragt, viele tragen

Stoff knapp, warten unbefristet
auf Charlemagne, der sie
von Feuerbach begleitet
an der Isar sinnlich wie
Chloe und Daphnis in Szene
setzt, erotische Denkmäler,

die schon lang sich ausgeschwitzt
haben, die gesamte Triebstruktur
verödet im Morgengrauen,
und auch die spürbare mechanische
Stimulation als kaltblütige
Vorstellung in die Gegenwart schieben.

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