madless
#80 Habgieriger Appetit aufs Tor
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Die gegenüberstehenden Protagonisten
bewegend im Vaterlands-Hymnus mit
trockenen Lippen, hinter jeden Gegner
verbirgt sich das Antlitz des Teufels, und
sein Adlatus verteilt wie Michelangelos
Weltrichter die roten Karten, wird sich

nach misslungenen Torverhältnis eine
Debatte über zu wenig ausgetretene
Sportschuhe, so wie van Goghs
ausgemergeltes Lederschuh-Sujet,
entzünden,  der satte Heidegger entflammte,
Schuhzeug gehört zur Erde, Zeugen

der Wahrheit und die Mühsal der
Arbeitsschritte sind in den stummen
autobiographischen Klägern mit Dellen
und Rissen eingebracht, das Drama des
Sports mit der organisierten Begeisterung
die mit ausladenden Gesten und getretenen

Kommentaren mit den Ballschuhen in die
Ecke gepfeffert wird, die rote Militärschärpe
des Kapitän erzählt nur noch bleichgewaschen
von eingeschworener Truppendisziplin,
unverstanden die verwundbaren Punkte,
der Pressetisch ein Hügel Golgotha,

die einen werden wie Orion am Himmel
untergehen, wird Seth (großer Bär), angestrahlt von
Sponsoren, weiter sichtbar bleiben,
eine verschlagene Mannschaft stiehlt
sich später mit dem Pokal auf ihrem Raubzug
wie Alarich mit den Schätzen des Salomon davon,

mit X-Strahlen werden später die bleiernen
Spielzüge untersucht, eine diebische Hand Gottes,
wie aus Fouquets Werk gefallen, verjagte Dämonen,
plissierter Himmel leuchtet auf eine im
National-Trikot Autogramm-Reliquie,
kurz befristet war der Rausch.

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