madless
#96 Zwischengeist im Orkan
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Die Vögel stellen ihre
Vorgespräche ein und plündern
schlicht die Nester, über die
Isar huscht die Nomenklatura
von grunzenden Trieben, diese
schleusen in die Wellen

Insignien der Verheißung,
bizarres verstauen in den
labyrinthischen Bibliotheken
der Seelen, die Einsamkeit
wird in der dunklen Jahreszeit
ihren Stempel aufdrücken,

Feindseligkeiten in der
Nachbarschaft werden wohl
kaum getilgt und mancher in
die Dauerfehde Verliebter
wünscht grinsend ein bisschen
mehr erbitterten Zweikampf

um sich mal wieder frei von
der Reizübermittlung lebend
zu fühlen, der Orkan bauscht
sich auf, bei den sichelförmig
schneidenden Regentropfen
beginnen die ersten zu hassen,

die Sonne mäßigt sich nun,
schüchtern wird sie in der
verwirrenden kalten Mischung
nur noch wispern, der Orkan
pocht auf seinen Angriff
auf die Balkon-Blumentöpfe und

lässt mit ungezähmten Willen
Granitkubus auf Aschenbecher
klatschen, Peripheres bekommt den
Platz neben dem Gewichtigen, vielleicht
schätzte Victor Hugo den Orkan,
so wie er Spinne und Brennnessel verteidigte.

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