madless
#98 Haltloser subversiver Alltag
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Manchen steht der kalte
Schweiß auf der Stirn
und das Herz pocht, als
wenn DJ Hell am Eingang
des Muttererdeschoßes sitzt,
diejenigen die nicht gestört

werden wollen, schlurfen
wie zinnenbewehrte Vierkanttürme
mit dem misanthropischen
Eigensinn, die Lebensadern
zwar trocken legen doch ihren
grauen Granit mit Kneipenbesuchen

auflösen, wissend, dass sie
schwankenden Schrittes
daheim niemand erwartet,
in Zeiten der Gesundheits-Checker
sind diese Verwitterten ein
Symbol gegen Vanitas mundi,

Liebesbekundungen, Zerwürfnisse
mit der Gesellschaft gehen
als Treibgut im Sand der
Erinnerungen verloren,
wie schwarze Schmetterlinge
flattern sie mit lästigen Staubpartikeln

durch das Netz, als Begleiter
manchmal Kafkas Affen mit
dem sie kompetent
monologisieren bis Beleidigungen
sich fast zum sinfonischen Format
ausdehnen, ein paar laufen mit

Ohrstöpsel durch die Straßen,
feige getarnt unter Kopfhörern,
mit sanfter Selbstverständlichkeit
zupft ein Verregneter Hawaii-Gitarre,
vielleicht eine Liebesgeschichte
die einen das Herz zerreißt.

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