
Septembertag bekrönt
zauberhaft noch jedes
Fenster des Entwicklungsgebiets
Sonnwendviertel beim Wiener
Hauptbahnhof, staatlicher
Wohnungsbau, der mit Nonchalanceals Proletengürtel geführt wird,
bis nachts an einem Brunnen
die Figuren Triton und Najade
flirten, gänzlich Gegensätzliches
wird sich später am Bildrand
ohne Lautstärke vereinigen,da murmelt der Säufer
mit seiner Einsicht des Alters,
verschwimmt wie in einer
Farbfläche Mark Rothkos und
nur sein eigener Atem
als kleine Pigmenthäufungenden unbewussten Lauf bahnt,
ein blauer Paradiesvogel,
dünn gegürtete alte Dame,
spaziert mit ihrem schockstarren Hund,
stolz wie das Paradestück
des Naturhistorischen Museumszähneknisternd vorbei,
erst noch auf einen „Sturm“ ins
„Hummel“, bewegt sich stolz
als zeremoniöse
Jugendstilschönheit, auch wenn
sie nachher wieder zurück insGenossenschaftshaus geht,
niemals wird sie ein Verzweiflungsbild
wie aus Ottenfelds Königsgrätz-Gemälde
abgeben, bevor sie sich still
verwitterte Melancholie erlaubt,
trinkt sie zuhaus in kalter Feierlichkeit weiter.